In den Projekten dieses Forschungsschwerpunkts untersuchen wir Determinanten und Effekten kultureller Partizipation. Hier fokussieren wir auf Inhaltsbereiche, die in groß angelegten Bildungsvergleichsstudien zumeist vernachlässigt werden: Wir untersuchen musikalische, sportliche und künstlerische Aktivitäten sowie freies, kreatives Schreiben in der Freizeit. Im Zentrum steht dabei die längsschnittliche Untersuchung wechselseitiger Effekte von Beweggründen und Aktivitäten. In diesem Zusammenhang erforschen wir auch die Rolle von Eltern, Peers und Lehrkräften für die Entwicklung der Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern.

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Forschungsprojekte zur kulturellen Partizipation

Kondensiertes Glück? Mehrtägige musikpädagogische Interventionen: Determinanten der Teilnahme, wirksame Gestaltungsmerkmale und Effekte auf Kompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung

Projektleitung: Stephan Kröner in Zusammenarbeit mit Benjamin Jörissen (FAU Erlangen-Nürnberg), Andreas C. Lehmann (Hochschule für Musik Würzburg) und Johannes Hasselhorn (IfS, TU Dortmund)
Mitarbeiter: Verena Wießnet, Lisa Birnbaum
Zeitraum: 2017-2019
Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Zusammenfassung:

Wie lassen sich musikpraktische Kompetenzen und zugehörige motivationale Überzeugungen von SchülerInnen diagnostizieren, welche Wirkung haben musikpädagogische Interventionen darauf, und welche Bedeutung messen die Teilnehmenden den Interventionen bei? Diesen Fragen gehen zwei Teilprojekte nach, in denen geeignete Diagnoseverfahren entwickelt (Teilprojekt 1) und in Experimenten zur Diagnose von Effekten musikpädagogischer Interventionen eingesetzt werden (Teilprojekt 2). In TP 2 werden Effekte der Teilnahme an verschiedenen Interventionsvarianten auf die Entwicklung von musikpraktischen Kompetenzen und bereichsspezifischen Personeneigenschaften verglichen. Hierbei soll belastbare Evidenz zu Kausalbeziehungen zwischen Personeneigenschaften und Gestaltungsmerkmalen musikpädagogischer generiert werden. Zudem wird mittels vertiefender, qualitativer Interviews die Bedeutung der Interventionen als Schnittstelle aus Angebot, Nutzung, biographischen Vorerfahrungen und Persönlichkeitsentwicklung rekonstruiert.

Freizeitliches Schreiben bei Mädchen und Jungen im Grundschulalter

Projektleitung: Stephan Kröner
Mitarbeiter
: Lisa Birnbaum
Zeitraum
: 2016
Finanzierung: universitätsinterne Anschubfinanzierung

Zusammenfassung:

Die Grundschulzeit ist zentral für den Erwerb von grundlegenden Kompetenzen wie Lesen und Schreiben. Was Kinder zum Lesen motiviert, wie gut und wie viel sie lesen, ist bereits häufig untersucht worden (Bos, Tarelli, Bremerich-Vos & Schwippert, 2012; Guthrie, Wigfield, Metsala & Cox, 1999; McElvany, Becker & Kortenbruck, 2008; Wang & Guthrie, 2004). Welche gendertypischen Überzeugungen bei Grundschulkindern hinsichtlich des Schreibens als Freizeitaktivität vorliegen und welche Zusammenhänge zwischen Überzeugungen und Mädchen und Jungen im Grundschulalter relevante Prädiktoren von Schreibaktivitäten sind bisher noch nicht zusammenhängend erforscht. Das wird hier anhand vertiefender Analysen von Daten aus dem Projekt „Lesen, kreatives Schreiben und Malen als Freizeitbeschäftigung von Grundschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund – ein interdisziplinäres Projekt zu Wechselwirkungen von schulischen und außerschulischen Umwelten“ untersucht. Die Analyse der Determinanten des freizeitlichen Schreibens von Mädchen und Jungen und deren Veränderung können Anregungen für Fördermöglichkeiten des freizeitlichen Schreibens bieten.

 

Lesen, kreatives Schreiben und Malen als Freizeitbeschäftigung von Grundschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund – ein interdisziplinäres Projekt zu Wechselwirkungen von schulischen und außerschulischen Umwelten

Projektleitung: Stephan Kröner
Kooperationspartner: Volker Frederking, Susanne Liebmann-Wurmer
Mitarbeiter: Elisabeth Schüller
Zeitraum:
2010-2013
Finanzierung:
Staedtler-Stiftung

Zusammenfassung:
In welchem Ausmaß nutzen Grundschulkinder mit und ohne Migrationshintergrund die in der Schule vermittelten Lese- und Schreibkompetenzen sowie künstlerisch-kreative Kompetenzen auch in ihrer Freizeit? Und welche Faktoren beeinflussen das Ausmaß dieser Nutzung? Eine längsschnittliche Untersuchung dieser Fragen ist Ziel des beantragten Projekts. Auf Individualebene werden Effekte von sozioökonomischem Status und Einstellungen, sozialer Norm und wahrgenommener Verhaltenskontrolle untersucht. Auf Klassenebene kommen Merkmale von Unterrichtsqualität hinzu. Die Projektergebnisse sollen einen Ausgangspunkt für die Entwicklung von Ma߬nahmen zur Förderung von Lesen, Schreiben und künstlerisch-kreativem Gestalten als Freizeitaktivität darstellen.

Veröffentlichungen:

Schüller, E. M., Birnbaum, L. & Kröner, S. (2017). What makes elementary students read in their leisure time? Development of a comprehensive questionnaire. Reading Research Quarterly. https://dx.doi.org/10.1002/rrq.164

Schüller, E. M. (2014). Lesen als Freizeitbeschäftigung von Grundschulkindern. Entwicklung von Skalen auf Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens. (Dissertation, FAU Erlangen-Nürnberg, 2014). Verfügbar unter http://opus4.kobv.de/opus4-fau/frontdoor/index/index/docId/5488.


 

Kulturelle Aktivitäten, soziale Disparitäten und Migrationshintergrund im Grundschulbereich

Projektleitung: Stephan Kröner
Zeitraum:
2009-2013
Projektmitarbeiterin:
Piia af Ursin (Universität Erlangen-Nürnberg/ Universität Turku)
Finanzierung:
Sachmittel: Sonderfonds für wissen­schaft­liches Arbeiten der Friedrich-Alexander-Universität
Personalmittel: Eigenmittel des Lehrstuhls für Empirische Unterrichtsforschung und der Universität Turku bzw. des Turku Instituts für Kindheits- und Jugendforschung, Finnland

Zusammenfassung:
Kulturelle Partizipation stellt einen zentralen Baustein von Bildung dar. Es gibt jedoch nur wenige deutschsprachige empirische Studien zu ihren Determinanten bei Schülerinnen und Schülern, und zwar insbesondere im Grundschulbereich und in Bezug auf die Rolle des Migrationshintergrunds. Im Projekt wurden zunächst - basierend auf qualitativen Interviews - Skalen zur Erfassung von Determinanten kultureller Partizipation von Grundschulkindern entwickelt. Außerdem wurde untersucht, inwiefern sich Unterschiede in der Relevanz dieser Determinanten zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund zeigen. In der derzeit laufenden, durch Stiftungen aus Finnland finanzierten zweiten Projektphase, soll darüber hinaus untersucht werden, inwiefern der schulische Kontext geeignet ist, Unterschiede in der kulturellen Partizipation von Grundschulkindern zu erklären.


 

Musikalische Aktivitäten von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten (abgeschlossen)

Projektleitung: Wolfgang Pfeiffer (Musikpädagogik, Universität Erlangen-Nürnberg), Ludwig Haag (Schulpädagogik, Universität Bayreuth), Stephan Kröner (Universität Erlangen-Nürnberg)
Zeitraum:
2008-2010
Projektmitarbeiterin:
Andrea Schwanzer, Eva S. Fritzsche, Alexander Köhler (Universität Erlangen-Nürnberg)
Finanzierung:
Luise-Prell-Stiftung; Eigenmittel der beteiligten Lehrstühle

Zusammenfassung:
Welchen Erklärungswert haben intrinsischer Wert, wahrgenommene musikalische Affinität der Eltern und musikalisches Selbstkonzept für die musikalischen Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern? Welche Wechselwirkungen existieren zwischen diesen Variablen im Längsschnitt? Und welche Rolle spielt der schulische Kontext? Diese Fragen werden im Rahmen einer Large-Scale-Längsschnitt-Untersuchung an Gymnasiastinnen und Gym­nasiasten der Sekundarstufe I und II untersucht.

Veröffentlichungen:

Penthin, M., Fritzsche, E.S. & Kröner, S. (eingereicht). Das musikalische Selbstkonzept als Determinante musikalischer Freizeitaktivität von Grundschulkindern

Fritzsche, E.S., Pfeiffer, W. & Kröner, S. (2015). Musical elite gymnasia as learning environments and settings for personality development in secondary students? The case of musical self-concept. Psychological Test and Assessment Modeling, 57, 236-261.

Fritzsche, E. S., Kröner, S., & Pfeiffer, W. (2011). Chorknaben und andere Gymnasiasten - Determinanten musikalischer Aktivitäten an Gymnasien mit unterschiedlichen Schulprofilen. Journal for Educational Research Online, 3(2), 94-118.

 


 

Determinanten musikalischer Aktivitäten im Grundschulalter (abgeschlossen)

Projektleitung: Stephan Kröner
Zeitraum:
2012-2013
Finanzierung:
Staedtler-Stiftung
Projektmitarbeitende
: Eva S. Fritzsche, Marcus Penthin

Zusammenfassung:
Das Spielen eines Instruments ist ein wesentlicher Aspekt von Bildung und kultureller Teilhabe. Quantitativ-empirische Studien zu Determinanten musikalischer Aktivitäten im Grundschulbereich sind jedoch selten, dies gilt insbesondere für Publikationen, welche dieser Frage mehrebenenanalytisch unter Einbeziehung von Variablen auf Klassenebene nachgehen. Vor dem Hintergrund der Theorie des geplanten Verhaltens werden in diesem interdisziplinär angelegten Projekt an der Schnittstelle aus Psychologie, empirischer Unterrichtsforschung und Grundschulpädagogik daher sowohl individuelle als auch unterrichtsbezogene Determinanten musikalischer Aktivitäten im Grundschulalter untersucht. Folgende Forschungsfragen werden bearbeitet: (1) Welche Bedeutung kommt auf individueller Ebene (a) dem intrinsischen Wert musikalischer Aktivitäten als Aspekt der Einstellung („Freude am Musizieren“), (b) der musikalischen Affinität von Eltern und Freunden als Aspekten der subjektiven Norm und (c) dem musikalischen Selbstkonzept als subjektiver Wahrnehmung der eigenen musikalischen Kompetenzen im Sinne der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle zu? (2) Welche Rolle auf Klassenebene spielen (a) Lehrkräfteüberzeugungen, (b) der Unterrichtsstil, (c) der Professionalisierungsgrad der Lehrkraft und (d) das musikbezogene Klassenklima? Ausgehend von Vorarbeiten der Arbeitsgruppe (Kröner, Schwanzer & Dickhäuser, 2009), wird zunächst eine Pilotstudie mit qualitativen Elementen und ca. N = 100 Grundschulkindern und deren Lehrkräften durchgeführt, sowie darauf aufbauend eine größer angelegte, quantitative Studie mit ca. N = 500 Grundschulkindern. Eine besondere Stärke des Projekts besteht in der mehrebenenanalytischen Untersuchung des Einflusses von Variablen auf Klassenebene (vgl. Ditton, 1998) einschließlich der Erhebung von Lehrkräfteüberzeugungen (vgl. Krauss et al., 2004).

Veröffentlichungen:

Penthin, M., Fritzsche, E. S. & Kröner, S. (2013). Determinanten musikalischer Aktivitäten im Grundschulalter. In: BMBF (Hrsg.), Perspektiven der Forschung zur kulturellen Bildung. S. 146-147. Bonn.


 

Sportliche Orientierungen von Grundschulkindern (abgeschlossen)

Projektleitung: Stephan Kröner
Zeitraum:
2010-2011
Finanzierung:
Staedtler-Stiftung
Projektmitarbeitende
:
Regina Staudenmaier (Universität Erlangen-Nürnberg)

Zusammenfassung:
Eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen weist heutzutage Defizite im Hinblick auf motorisch-koordinative Kompetenzen auf. Eine wahrscheinliche Ursache ist das gegenüber früheren Generationen geringere Ausmaß sportlicher Aktivitäten. Entscheidend hierfür ist vermutlich das – bislang im Hinblick auf sportliche Aktivitäten nur wenig erforschte – Grundschulalter. Ausgehend von der Theorie des geplanten Verhaltens sollen geeignete Erhebungsinstrumente zu diesem Thema entwickelt und pilotiert werden. Diese werden in einer anschließenden Large-Scale-Längsschnittuntersuchung genutzt, um Determinanten und Effekte sportlicher Aktivitäten von Grundschulkindern detailliert zu untersuchen. Dabei werden auch Effekte von Schulprofil und Lehrerüberzeugungen auf sportrelevante Einstellungen der Kinder in den Blick genommen. Die in diesem Projekt entwickelten Skalen wurden in Kooperation mit der Universität Turku ins Finnische Übersetzt und dort im Projekt "Children’s and Youngsters relationship to sport in Focus" eingesetzt.

Veröffentlichungen:

Staudenmaier, R. (2012). Sportliche Aktivitäten von Grundschulkindern – Entwicklung von Skalen vor dem Hintergrund der Theorie des geplanten Verhaltens. Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Verfügbar unter http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:bvb:29-opus-36110

 

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